Recruiting-Expertin Lisa Prommer und Co-CEO Dimitri Knysch diskutieren, wie sich Recruiting-Prozesse und die Rolle von Recruiting-Teams unter dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz verändern. Im Zentrum steht die Frage, wie Unternehmen in Startups, KMU und größeren Organisationen Effizienz, Candidate Experience, rechtliche Anforderungen und die Balance zwischen Mensch und Technologie strategisch austarieren. Die Panelisten bringen unterschiedliche Perspektiven ein: Prommer arbeitet vor allem mit Unternehmen, die noch keine ausgereiften Prozesse oder Systeme etabliert haben, und kennt beide Seiten – Unternehmens- und Bewerberperspektive. Knysch steuert Erfahrungen aus der Arbeit mit größeren Unternehmen bei, in denen Effizienz und Skalierbarkeit im Vordergrund stehen und KI-basierte Tools wie Video-Assessments und Bewerbermanagement-Systeme bereits zum Einsatz kommen.
Im Austausch werden zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze sichtbar: Zwischen Unternehmen und Bewerbenden besteht häufig ein Kommunikations- und Erwartungs-Gap, der zu Missverständnissen führt. KI-gestützte Prozesse ermöglichen zwar eine größere Reichweite und Effizienz, können aber die persönliche Beziehung und Wertschätzung beeinträchtigen. Die Panelisten diskutieren, an welchen Stellen Technologie sinnvoll eingesetzt werden kann und wo menschlicher Kontakt unverzichtbar bleibt. Empfehlungen und persönliche Netzwerke werden als nachhaltigere Zugangswege zu Arbeitsbeziehungen hervorgehoben, während klassische Bewerbungsprozesse zunehmend durch digitale Tools ergänzt werden. Die Einführung neuer rechtlicher Rahmenbedingungen wie des geplanten KI-Governance Acts erfordert eine strategische und wertebasierte Herangehensweise. Unternehmen sind gefordert, Leitprinzipien für den Einsatz von Technologie zu entwickeln, Prozesse flexibel zu gestalten und kontinuierlich Feedback von Bewerbenden einzuholen.