Fach- und Führungskräfte aus Personalentwicklung und Change Management diskutieren die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Integration von KI in Unternehmen. Im Zentrum steht die Diskrepanz zwischen der hohen Nutzung von KI und der bislang fehlenden strategischen Einbettung. Die Sprecherinnen analysieren, wie Unternehmen häufig auf unkoordinierten Einsatz und „Shadow AI“-Nutzung setzen, während klare Leitplanken und eine übergreifende Strategie fehlen. Sie stellen ein Reifegradmodell mit fünf Stufen vor, das von ad hoc Nutzung bis zur vollständigen Einbindung als digitaler Kollege reicht, und zeigen, dass die meisten Organisationen auf den unteren Stufen verharren. Die Diskussion verdeutlicht, dass Geschwindigkeit weniger zählt als eine bewusste Standortbestimmung und Zieldefinition.
Im weiteren Verlauf rücken die Bedeutung des Human Factors und die Entwicklung von Future Skills in den Fokus. Die Sprecherinnen betonen, dass mit steigendem Reifegrad kulturelle Aspekte wie Lernbereitschaft, Veränderungsfähigkeit und partizipative Führung an Bedeutung gewinnen, während Tool-Fragen in den Hintergrund treten. Sie empfehlen, sichere Lernumgebungen zu schaffen, Führungskräfte als Orientierungsgeber zu befähigen und konkrete Use Cases zu identifizieren. Das Future-Skills-Modell „Grow“ strukturiert die Kompetenzentwicklung, Pilotprojekte dienen als Einstieg. Abschließend wird deutlich, dass nachhaltige KI-Transformationen nur gelingen, wenn Führung, Kommunikation und Beteiligung auf allen Ebenen mitgedacht werden und L&D gemeinsam mit den Mitarbeitenden Lösungen entwickelt.