Dr. Ela Feliciak und Dr. Dominik Sorber analysieren im Talk die arbeitsrechtlichen und datenschutzbezogenen Herausforderungen, die sich für Personalabteilungen und beratende Juristen aus der Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie ergeben. Im Mittelpunkt stehen die Identifikation und Dokumentation datenschutzrechtlicher Schnittstellen, die Anpassung von Verzeichnissen und Betriebsvereinbarungen sowie die Risikominimierung bei Auskunftsersuchen, Entsendungen und Transaktionen. Die Referenten greifen auf ihre Beratungspraxis zurück und adressieren insbesondere die Anforderungen für Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden mit Betriebsrat. Sie legen dar, wie neue Verarbeitungsvorgänge systematisch geprüft und dokumentiert werden müssen und welche Schnittstellen im Kontext von Auskunft, Entsendung und Due Diligence besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Kernpunkte sind die Notwendigkeit einer individuellen Rechtsgrundlage für jeden Verarbeitungsvorgang, die Aktualisierung des Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten und die Anpassung von Datenschutzinformationen für Mitarbeitende. Die Referenten erläutern, wie Betriebsvereinbarungen als kollektive Rechtsgrundlage dienen können und warum Einwilligungen im Arbeitsvertrag ungeeignet sind. Anhand von Praxisbeispielen zeigen sie, wie Auskunftserteilungen datenschutzkonform gestaltet werden, etwa durch Aggregation von Gehaltsdaten. Im Bereich Entsendung und M&A-Prozesse diskutieren sie die korrekte Zuordnung von Vergütungsbestandteilen und die Integration steuerrechtlicher sowie kollektivrechtlicher Anforderungen. Abschließend geben sie konkrete Leitfragen zur Selbstprüfung und empfehlen eine strukturierte Bestandsaufnahme, um die Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie rechtssicher und effizient zu gestalten.