Self-Service statt Wissenssuche: E-Learning und KI im Onboarding von Mitarbeitenden und Kunden

Self-Service statt Wissenssuche: E-Learning und KI im Onboarding von Mitarbeitenden und Kunden
Mitschnitt-Länge: 30 Minuten
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Mitschrift verfügbar

Onboarding neu denken: Wie E-Learning, Chatbots und KI skalierbares, kontextualisiertes Wissen für Mitarbeitende und Kunden bereitstellen.

Im Mittelpunkt steht die Transformation des Onboardings in einem B2B-Softwareunternehmen für Außenhandel und Logistik. Die Praxis-Session beleuchtet, wie klassische, textbasierte Wissenssuche durch skalierbare Self-Service-Lösungen abgelöst wird. Im Fokus stehen die Integration von E-Learning-Formaten, KI-gestützten Chatbots und die konsequente Ausrichtung an der Customer Journey. Die Besonderheit liegt im Zusammenspiel von internen und externen Zielgruppen, der Trennung von Lernplattform und Content-Erstellung sowie der iterativen Entwicklung technischer Lösungen, die sowohl Mitarbeitenden als auch Kunden kontextualisiertes Wissen bereitstellen.

Kern des Ansatzes ist die Standardisierung und zentrale Pflege von Onboarding-Inhalten, die in unterschiedlichen Formaten – E-Learning, Micro-Learning, Chatbot – ausgespielt werden. E-Learning vermittelt Grundlagen, während Chatbots individuelle Vertiefung und situative Unterstützung ermöglichen. Die technische Umsetzung umfasst einen Copilot-Chatbot auf Basis von MS 365, eine Vektordatenbank für Retrieval Augmented Generation und die Integration von geführten Touren in der Software. Die Erfahrungen zeigen, dass die Trennung von Plattform und Content die Flexibilität erhöht und Redundanzen reduziert werden können. Feedback und kontinuierliches Testing fließen in die Weiterentwicklung ein, um die Personalisierung und Kontextualisierung der Wissensangebote entlang der gesamten Customer Journey auszubauen.

Unser Ziel ist, dass Kunden und Mitarbeitende sich selbstständig das Wissen holen können, das sie gerade brauchen – weg von der Suche, hin zum Self-Service. – Mareike Stutz

Die größte Erkenntnis für uns war, Tools und Content-Erstellung strikt zu trennen, um maximale Flexibilität und Skalierbarkeit im Onboarding zu erreichen. – Mareike Stutz

Wir wollen Lerninhalte so bereitstellen, dass sie direkt im Arbeitsprozess oder in der Software auftauchen – genau dort, wo Fragen entstehen. – Mareike Stutz

  • Die Trennung von Lernplattform und Content-Erstellung erhöht die Flexibilität und ermöglicht eine bessere Anpassung an unterschiedliche Anforderungen.

  • E-Learning eignet sich zur Vermittlung von Grundlagen, während KI-gestützte Chatbots individuelle Vertiefung und situative Unterstützung bieten.
  • Self-Service-Lösungen reduzieren Abhängigkeiten vom Support und ermöglichen es Nutzenden, Wissen genau dann abzurufen, wenn sie es benötigen.
  • Die Aktualität und zentrale Pflege von Wissensquellen ist entscheidend, um Redundanzen und veraltete Informationen zu vermeiden.
  • Iteratives Vorgehen und schnelles Testing sind essenziell, um geeignete Formate und Tools für das Onboarding zu identifizieren und weiterzuentwickeln.

Die konsequente Verlagerung von Wissensvermittlung und Onboarding in Self-Service- und KI-gestützte Formate adressiert einen zentralen Zielkonflikt moderner B2B-Organisationen: Wie lässt sich die wachsende Komplexität von Produkten und Prozessen skalierbar, aktuell und kontextbezogen vermitteln, ohne Supportstrukturen zu überlasten oder die Nutzerorientierung zu verlieren? Im Kern steht die Abkehr vom traditionellen, textlastigen Wissensmanagement hin zu einer dynamischen, interaktiven Lernarchitektur, die situative Unterstützung und individuelle Vertiefung ermöglicht. Damit verschiebt sich die Verantwortung für Wissenstransfer und Lernfortschritt stärker auf die Nutzenden selbst, was einerseits Autonomie und Effizienz fördert, andererseits aber neue Anforderungen an die Qualität, Pflege und Integration der Wissensquellen schafft. Die Trennung von Plattform und Content-Produktion legt einen blinden Fleck in klassischen Lernökosystemen offen: Standardisierte Tools allein reichen nicht aus, um die Vielfalt der Anwendungsfälle und Zielgruppen abzubilden. Erst durch die konsequente Kontextualisierung und Modularisierung von Inhalten entsteht die notwendige Flexibilität, um sowohl interne als auch externe Stakeholder entlang ihrer jeweiligen Journey zu begleiten.

Der Beitrag fordert dazu auf, Onboarding und Wissensmanagement nicht als Tool-Frage, sondern als kontinuierlichen, iterativen Gestaltungsprozess zu begreifen. Entscheidend ist die Bereitschaft, bestehende Strukturen und Verantwortlichkeiten zu hinterfragen, Redundanzen zu identifizieren und die Pflege von Wissensquellen als strategische Daueraufgabe zu verankern. Die vorgestellten Ansätze verschieben die Perspektive von der reinen Wissensvermittlung hin zur aktiven Befähigung der Nutzenden, Wissen im Moment des Bedarfs selbstständig zu erschließen. Für HR- und Learning-Verantwortliche ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Lernformate, technische Infrastruktur und Content-Strategie konsequent aufeinander abzustimmen und die Integration von KI-basierten Self-Service-Lösungen als Hebel für nachhaltige Skalierung und Qualitätssteigerung zu nutzen. Damit leistet der Beitrag einen Impuls für einen Kulturwandel, der operative Effizienz, Nutzerzentrierung und strategische Lernziele in ein neues Gleichgewicht bringt.

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