Change-Müdigkeit in Organisationen entsteht häufig durch widersprüchliche Signale zwischen kommunizierten Zielen und erlebter Realität. Imke Keicher greift diese Double Binds im organisationalen Alltag auf und analysiert, warum Mitarbeitende Veränderungen oft als fremdbestimmt erleben. Sie nutzt das Beispiel der Corona-Pandemie, um zu zeigen, dass große Transformationen gelingen, wenn Sinn und Dringlichkeit für alle Beteiligten spürbar werden. Der Beitrag hebt die Rolle von HR als Katalysator für nachhaltigen Wandel hervor und betont, dass authentische Kommunikation und die Förderung von Gestaltungskraft zentrale Voraussetzungen für erfolgreiche Veränderungsprozesse sind.
Im Fokus stehen drei konkrete Hebel: Authentisches Storytelling, das auf das Modell von Kahnemann (Reiter und Elefant) zurückgreift, Prototyping und Serious Play als Methoden für unmittelbares Lernen sowie Co-Creation unter Berücksichtigung des IKEA-Effekts. Keicher differenziert klar zwischen Beteiligung an der Gestaltung und tatsächlicher Entscheidungsbefugnis und zeigt, wie Co-Creation die Identifikation mit Change-Prozessen steigert. Die Reflexionsfragen am Ende adressieren die Entwicklung einer authentischen Zukunftserzählung, das Erproben neuer Prototypen und die gezielte Ermöglichung von Co-Creation im eigenen Verantwortungsbereich. Im Q&A wird die Herausforderung diskutiert, Sinnhaftigkeit und Dringlichkeit auch ohne äußeren Zwang zu erzeugen, wobei intrinsische Motivation und positive Zielbilder als zentrale Treiber benannt werden.