Ein mittelständisches Industrieunternehmen aus der Kunststoffverarbeitung und Medizintechnik entwickelt und implementiert ein strukturiertes Talentmanagement von Grund auf. Im Mittelpunkt steht die Einführung einer mehrphasigen Talent Journey, die auf dem Design Thinking Modell und der 9-Box Matrix basiert. Die Perspektive verbindet die interne Sicht einer L&D-Spezialistin mit der externen Expertise einer Beraterin für Talent Development. Besonderheiten ergeben sich aus der Kombination von Produktionskontext, internationaler Standortstruktur und der gezielten Einbindung von Führungskräften, Fachspezialisten und dem Betriebsrat. Der Beitrag zeichnet sich durch die detaillierte Darstellung des Change-Prozesses und die methodische Herleitung der einzelnen Schritte aus.
Im Praxisbericht erläutern die Referentinnen die Ausgangslage fehlender Strukturen, die Entwicklung eines standortspezifischen Talentmanagement-Konzepts und die schrittweise Implementierung der Talent Journey. Zentrale Methoden sind das Design Thinking Modell zur Problemdefinition und Zielgruppenanalyse, die 9-Box Matrix zur Auswahl von High Potentials sowie das 70-20-10 Prinzip für die Lernarchitektur. Die Talent Journey umfasst individuelle Entwicklungspläne, Präsenzmodule, Transferaufgaben und eine projektbasierte Abschlussarbeit. Feedbackschleifen, Pilotierungen und die frühzeitige Abstimmung mit dem Betriebsrat werden als erfolgskritisch beschrieben. Die iterative Entwicklung, die Einbindung der Führungskräfte und die technische Abbildbarkeit der Prozesse stehen im Fokus der Lessons Learned. Empfehlungen adressieren die Bedeutung von Problemverständnis, Netzwerk und kontinuierlicher Anpassung für nachhaltiges Talentmanagement.