Hauptsache flexibel: Wie Workforce Management Daten helfen, die Flexibilität von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu verstehen und zu gestalten.

Hauptsache flexibel: Wie Workforce Management Daten helfen, die Flexibilität von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu verstehen und zu gestalten.
Mitschnitt-Länge: 35 Minuten
Präsentationsunterlagen verfügbar
Mitschrift verfügbar

Wie Datenanalysen Flexibilitätsgrade sichtbar machen und evidenzbasierte Arbeitszeitmodelle in Produktion und Pflege ermöglichen.

Datenbasierte Flexibilisierung im Workforce Management steht im Mittelpunkt dieses Talks, der sich an Fach- und Führungskräfte aus Personal- und Organisationsentwicklung richtet. Die Perspektive verbindet analytische Tiefe mit Praxisbezug: Flexibilität wird nicht eindimensional betrachtet, sondern als Zusammenspiel zeitlicher, örtlicher und inhaltlicher Komponenten verstanden. Die Diskussion adressiert sowohl interne als auch externe Treiber der Flexibilisierung, darunter schwankende Produktionsaufträge, Digitalisierung, gesetzliche Vorgaben und veränderte Präferenzen der Mitarbeitenden. Besonderes Augenmerk liegt auf der Integration von Echtzeitdaten, Arbeitszeitmodellen und Mitarbeiterbefragungen, um Personaleinsatz und Arbeitszeitgestaltung evidenzbasiert zu steuern und den Kulturwandel im Unternehmen zu begleiten.

Im Zentrum stehen konkrete Methoden und Modelle: Die Analyse von Flexibilitätsgraden erfolgt entlang eines Kontinuums, unterstützt durch deskriptive, explorative und prädiktive Analysen. Praxisbeispiele aus Chemieindustrie und Gesundheitswesen zeigen, wie datenbasierte Transparenz zur Optimierung von Schichtbesetzungen, Prognosemodellen für Personalbedarf und partizipativer Dienstplanung beiträgt. Die Einführung technischer Lösungen wird als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung beschrieben; entscheidend ist die Verzahnung mit Change Management und die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitenden. Schrittweises Vorgehen, Nutzung vorhandener Daten und kontinuierliche Überprüfung der Datenqualität bilden die Grundlage für nachhaltige Flexibilisierung. Die Verbindung von wissenschaftlicher Evidenz und betrieblicher Erfahrung wird als Schlüssel für fundierte Personalentscheidungen und die Entwicklung passender Arbeitszeitmodelle herausgearbeitet.

Flexibilisierung funktioniert nur, wenn wir Technik, Daten und die angestoßenen sozialen sowie organisatorischen Prozesse gemeinsam betrachten – reine Tool-Implementierung reicht nicht. – Dr. Josef Jäger-Gammel

Daten aus dem Workforce Management ermöglichen es, echte Transparenz über Flexibilitätsbedarfe und -potenziale zu schaffen – und damit gezielt Maßnahmen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer abzuleiten. – Dr. Josef Jäger-Gammel

Wer Flexibilisierung mit Daten gestalten will, sollte klein anfangen: eine konkrete Fragestellung identifizieren, verfügbare Daten explorieren, visualisieren und daraus schrittweise Kompetenzen und Kulturwandel entwickeln. – Dr. Josef Jäger-Gammel

  • Workforce Flexibilität umfasst örtliche, zeitliche und inhaltliche Dimensionen und muss ganzheitlich bewertet werden.

  • Daten aus Workforce Management Systemen ermöglichen Transparenz über Flexibilitätsgrade und unterstützen die Entwicklung passender Arbeitszeitmodelle.
  • Die Kombination von Echtzeitdaten, Mitarbeiterbefragungen und klassischen Personalstammdaten liefert eine fundierte Grundlage für evidenzbasierte Personalentscheidungen.
  • Die Einführung von Flexibilisierungsmaßnahmen erfordert neben technischer Umsetzung auch die aktive Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitenden sowie einen Kulturwandel.
  • Schrittweises Vorgehen, beginnend mit klar abgegrenzten Fragestellungen und vorhandenen Daten, ist entscheidend für erfolgreiche datenbasierte Flexibilisierung.

Flexibilisierung im Workforce Management offenbart ein zentrales Dilemma zwischen Effizienzsteigerung und organisationaler Stabilität. Die datenbasierte Analyse von Flexibilitätsgraden macht sichtbar, wie sehr operative Zwänge, etwa in Produktion oder Pflege, die Spielräume für flexible Arbeitsmodelle begrenzen. Gleichzeitig verschieben sich Verantwortlichkeiten: Führungskräfte stehen vor der Aufgabe, nicht nur technische Lösungen einzuführen, sondern auch kulturelle Barrieren zu adressieren und Zielkonflikte zwischen individueller Autonomie und betrieblicher Planbarkeit auszubalancieren. Der Beitrag legt offen, dass Flexibilität mehrdimensional gedacht werden muss – als Zusammenspiel von zeitlichen, örtlichen und inhaltlichen Faktoren – und dass die naive Gleichsetzung von Flexibilisierung mit Modernität oder Attraktivität zu kurz greift. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Integration von Daten, Prozessen und Kultur, wobei blinde Flecken häufig in der fehlenden Datenqualität, der mangelnden Einbindung der Belegschaft und der Überschätzung technischer Machbarkeit liegen.

Für die Praxis bedeutet das: Datenbasierte Flexibilisierung verlangt nach einem schrittweisen, evidenzorientierten Vorgehen, das operative Analysen mit strategischer Reflexion und partizipativer Einbindung verbindet. Die Empfehlung, mit klaren Fragestellungen und vorhandenen Daten zu starten, verschiebt den Fokus weg von Tool-Gläubigkeit hin zu methodischer Sorgfalt und kritischer Datenprüfung. Führungskräfte werden aufgefordert, Flexibilisierungsmaßnahmen nicht als Selbstzweck zu implementieren, sondern als Teil eines kontinuierlichen Kulturwandels zu verstehen, der durch transparente Kommunikation und die Nutzung von Mitarbeiterfeedback flankiert wird. Der Beitrag liefert damit einen Impuls, Flexibilität nicht als reines Steuerungsinstrument, sondern als Hebel für nachhaltige Organisationsentwicklung und resiliente Arbeitsstrukturen zu begreifen.

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