Dinosaurs will die – warum Recruiter*innen ihre Unternehmen verändern müssen

Dinosaurs will die – warum  Recruiter*innen ihre Unternehmen verändern müssen
Mitschnitt-Länge: 30 Minuten
Präsentationsunterlagen verfügbar
Mitschrift verfügbar

Wie datenbasierte Recruiting-Prozesse, flexible Arbeitsmodelle und Teamwerte die Besetzung offener Positionen im Mittelstand sichern.

Recruiting-Verantwortliche und HR-Professionals in mittelständischen Tech-Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Prozesse und Arbeitsmodelle an veränderte Erwartungen von Kandidaten anzupassen. Im Mittelpunkt dieses Talks steht die Verbindung von datengetriebenen Recruiting-Strategien, flexiblen Arbeitsmodellen und einer gezielten Kommunikation von Kultur- und Teamwerten. Der Beitrag zeichnet sich durch eine konsequent praxisorientierte Perspektive aus, die sowohl strukturelle als auch kulturelle Veränderungsprozesse adressiert und konkrete Handlungsoptionen für die Argumentation gegenüber dem Management aufzeigt.

Sergej Zimpel erläutert anhand realer Beispiele, wie starre Anforderungen – etwa bei Sprachvorgaben oder Präsenzpflichten – den Talentpool begrenzen und wie durch gezielte Anpassungen die Besetzung offener Positionen gelingt. Die Einführung hybrider Arbeitsmodelle, die eigenverantwortliche Ausgestaltung durch Teams und die Nutzung von Workshops und Umfragen zur Identifikation relevanter Werte stehen im Fokus. Zimpel empfiehlt, systematisch Daten zu Absagegründen und Marktfeedback zu sammeln, um Veränderungen im Unternehmen zu begründen. Die Argumentation stützt sich auf konkrete Erfahrungswerte, die Bedeutung von Flexibilität und Teamkultur für die Kandidatenbindung sowie die Notwendigkeit, als Recruiter proaktiv Verbündete zu gewinnen und Veränderungen aktiv zu gestalten.

Wir müssen als Recruiter aktiv Veränderungen im Unternehmen anstoßen, statt uns mit dem Status quo abzufinden oder immer wieder von vorn zu beginnen. – Sergej Zimpel

Hybride Arbeitsmodelle sind kein Benefit mehr, sondern Standard – Unternehmen, die auf 100 Prozent Präsenz setzen, werden extreme Probleme haben, die richtigen Leute zu gewinnen. – Sergej Zimpel

Gute Führung, Teamzusammenhalt und Flexibilität sind die entscheidenden Faktoren, mit denen wir Kandidaten überzeugen und langfristig binden – nicht der modernste Tech-Stack. – Sergej Zimpel

  • Recruiter müssen aktiv Veränderung im Unternehmen anstoßen, um im Wettbewerb um Talente erfolgreich zu sein.

  • Flexibilität in Arbeitszeit und Arbeitsort sowie eine starke Team- und Führungskultur sind entscheidende Faktoren für die Kandidatengewinnung und -bindung.
  • Datengetriebene Argumentation und das Sammeln von Feedback aus Workshops und Umfragen sind essenziell, um Veränderungen gegenüber dem Management zu begründen.
  • Hybride Arbeitsmodelle werden von Kandidaten als Standard erwartet und sollten individuell mit Teams ausgestaltet werden.
  • Recruiter sollten sich Verbündete im Unternehmen suchen und proaktiv aufzeigen, welche Faktoren zu Absagen führen, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Recruiting im Kontext hybrider Arbeitsmodelle und datenbasierter Entscheidungsfindung konfrontiert Unternehmen mit einem grundlegenden Paradigmenwechsel: Die klassische Verantwortungsverschiebung zwischen Fachbereich, HR und Management wird durch die Notwendigkeit abgelöst, strukturelle und kulturelle Barrieren aktiv zu adressieren. Der Beitrag legt offen, wie starre Vorgaben – etwa bei Sprach- oder Präsenzanforderungen – nicht nur den Talentpool begrenzen, sondern auch verdeckte Zielkonflikte zwischen kurzfristiger Prozessoptimierung und langfristiger Arbeitgeberattraktivität erzeugen. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger in der technischen Umsetzung datengetriebener Prozesse, sondern in der Bereitschaft, tradierte Denkmodelle zu hinterfragen und die Organisation als lernfähiges System zu begreifen. Dabei wird deutlich, dass die Fixierung auf Prozesseffizienz oder technologische Hygienefaktoren den Kern des Problems verfehlt: Ohne eine glaubwürdige, gelebte Kultur und flexible Rahmenbedingungen bleibt jede Recruiting-Optimierung wirkungslos. Die zentrale Spannung entsteht zwischen dem Wunsch nach Kontrolle und Standardisierung auf der einen und der Notwendigkeit zur Individualisierung und Offenheit auf der anderen Seite.

Für die operative und strategische Praxis bedeutet das: Recruiter und HR-Verantwortliche müssen sich als interne Change Agents positionieren, die mit belastbaren Daten, Feedback und konkreten Beispielen argumentieren und Veränderungsbedarf sichtbar machen. Der Beitrag fordert dazu auf, nicht auf Impulse von oben zu warten, sondern proaktiv Verbündete zu suchen, Widerstände transparent zu machen und die Bedürfnisse der Kandidaten systematisch zu erheben. Die Perspektive verschiebt sich von der reinen Prozessverantwortung hin zur aktiven Mitgestaltung von Kultur und Arbeitsmodellen – mit dem Ziel, die Organisation anpassungsfähig und attraktiv für neue Talente zu halten. Damit liefert der Beitrag einen praxisnahen Reflexionsrahmen für die Weiterentwicklung von Recruiting und Employer Branding im Spannungsfeld zwischen operativer Effizienz und strategischem Wandel.

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