AI im Recruiting - Stolperstein oder Booster?

AI im Recruiting - Stolperstein oder Booster?
Mitschnitt-Länge: 110 Minuten
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Mitschrift verfügbar

AI-Tools im Recruiting: Automatisierung und datengetriebene Optimierung transformieren die Rolle der Recruiter zu strategischen Beratern.

Nora Jarzynski, Head of Talent Acquisition Expert bei Roche, beleuchtet in ihrem Vortrag die Integration von KI-gestützten Tools im Recruiting eines globalen Gesundheitsunternehmens. Der Beitrag bietet einen praxisnahen Einblick in die Automatisierung und datengetriebene Optimierung von Bewerbungsprozessen. Besonders hervorzuheben ist die strategische Neuausrichtung von HR hin zu einem beratenden Partner für das Business, unterstützt durch die Einführung von Technologien wie Phenom und TalentCube. Diese Tools ermöglichen eine personalisierte Ansprache von Kandidaten und eine effizientere Bewerberauswahl, was die Rolle der Recruiter von operativen Aufgaben hin zu strategischen Beratungsfunktionen verschiebt.


Im Detail beschreibt Jarzynski, wie Phenom mit seinen Modulen Campaigns, Sourcing und Recruiting den Bewerbungsprozess transformiert. Die Software bietet personalisierte Karriereseiten und nutzt Retargeting-Mechanismen, um Nicht-Bewerber erneut anzusprechen. Zudem wird die Klassifizierung von Bewerbungen durch CV Parsing unterstützt, wobei die finale Entscheidung beim Recruiter bleibt. Die Einführung von zeitversetzten Videointerviews und die Nutzung von Presire zur Kommunikationsanalyse ergänzen den technologischen Ansatz. Jarzynski betont die Notwendigkeit eines kritischen Umgangs mit den Trainingsdaten der Systeme, um Bias zu vermeiden und die Neutralität zu gewährleisten. Die Transformation erfordert eine Anpassung der Rollen und Fähigkeiten der Recruiter, die künftig stärker datenorientiert arbeiten und neue Berufsbilder entwickeln könnten.

Ich glaube, den Kopf in den Sand stecken und sagen: „Dieser Zug wird vorbeifahren und uns nicht tangieren." Ich glaube, das ist der falsche Weg. – Nora Jarzynski


Für mich zusammengefasst ist: Ich finde, in der Automatisierung steckt viel Potenzial für die Bewerber. – Nora Jarzynski


Wir müssen wirklich lernen, abzugeben an eine Software, an eine Technologie. – Nora Jarzynski

  • Der Einsatz von KI-gestützten Tools wie Phenom ermöglicht eine personalisierte Karriereseite und effizientere Bewerberauswahl.
  • Recruiting-Funnel-Optimierung durch Automatisierung entlastet Recruiter und steigert die Interaktionsqualität mit Bewerbern.
  • Technologien wie TalentCube und Presire bieten zusätzliche Analysen, z. B. Kommunikationsfähigkeiten, zur Unterstützung der Entscheidungsfindung.
  • Die Einführung von KI erfordert kontinuierliches Training und kritische Überprüfung, um Bias zu vermeiden und die Neutralität zu gewährleisten.
  • Datengetriebene Ansätze im Recruiting fördern eine stärkere strategische Ausrichtung und bessere Zusammenarbeit zwischen HR und Fachbereichen.

Die Integration von KI-gestützten Tools im Recruiting, wie sie von Nora Jarzynski vorgestellt wird, beleuchtet die strategische Relevanz der Digitalisierung im Talentmanagement. Im Fokus steht die Transformation von traditionellen, hierarchischen Strukturen hin zu agilen, datengetriebenen Prozessen, die eine effizientere Bewerberauswahl ermöglichen. Diese Entwicklung adressiert das Spannungsfeld zwischen Automatisierung und menschlicher Interaktion, indem sie die Rolle der Recruiter von operativen Aufgaben hin zu strategischen Beratern verschiebt. Ein zentraler Konflikt besteht in der Balance zwischen technologischer Effizienz und der Notwendigkeit, den menschlichen Faktor in Entscheidungsprozessen zu bewahren. Die Herausforderung liegt darin, die Technologie so zu trainieren und zu überwachen, dass sie objektiv bleibt und Diversität fördert, ohne unbewusste Vorurteile zu verstärken.


Der Beitrag fordert die Zielgruppe auf, sich aktiv mit den Möglichkeiten und Grenzen von KI im Recruiting auseinanderzusetzen. Er bietet Reflexionsimpulse, wie die gewonnene Zeit durch Automatisierung für wertschöpfende Tätigkeiten genutzt werden kann, und ermutigt dazu, die Rolle der Recruiter neu zu definieren. Die vorgestellten Prinzipien betonen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Anpassung und kritischen Überprüfung der eingesetzten Technologien, um strategische Ziele zu erreichen und kulturellen Wandel zu fördern. Die Perspektive verschiebt sich von einer rein operativen Praxis hin zu einer strategischen Ausrichtung, die datengetriebene Entscheidungen mit menschlichem Urteilsvermögen verbindet. Dies erfordert eine offene Haltung gegenüber Veränderungen und die Bereitschaft, traditionelle Methoden zu hinterfragen, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu bleiben.

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