Arbeitszeitmodelle im Wandel stehen im Zentrum dieses Keynote-Beitrags, der die Einführung und differenzierte Gestaltung der Vier-Tage-Woche aus arbeitsrechtlicher und betrieblicher Perspektive beleuchtet. Dr. Friedrich Goecke analysiert die Entwicklung des Themas seit 2021, ordnet die aktuelle Debatte zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und wissenschaftlicher Evidenz ein und adressiert die Herausforderungen für Unternehmen verschiedener Branchen. Die Betrachtung geht über starre Modelle hinaus und fokussiert auf flexible, bedarfsorientierte Ansätze, die sowohl Reduzierung als auch Flexibilisierung der Arbeitszeit umfassen. Im Mittelpunkt stehen die Anforderungen und Gestaltungsspielräume für Personalverantwortliche und Arbeitsrechtsexperten in mittelständischen und großen Unternehmen.
Im inhaltlichen Schwerpunkt prüft Goecke vier zentrale Thesen zur Vier-Tage-Woche: Er belegt die Wirksamkeit anhand empirischer Studien, entkräftet verbreitete Mythen wie das Modell „freitags frei“ und differenziert die Auswirkungen je nach Branche und betrieblicher Situation. Die vorgestellten Modelle reichen von festen freien Tagen bis zu flexiblen Reduzierungen und branchenspezifischen Varianten wie dem „3+3-Modell“. Goecke betont die Notwendigkeit einer unternehmensspezifischen Analyse, empfiehlt eine zweiphasige Einführung mit Test- und Evaluationsphase und hebt die Bedeutung von Kommunikation, Einbindung der Mitarbeitenden und rechtlicher Prüfung hervor. Die größten Herausforderungen sieht er in der betrieblichen Umsetzung und der Anpassung an operative Besonderheiten, nicht im rechtlichen Rahmen. Abschließend plädiert er für eine kontinuierliche Anpassung der Modelle an die Bedürfnisse von Unternehmen und Beschäftigten, um Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität nachhaltig zu stärken.