Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu EX als strategische Maxime im Unternehmen

Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu EX als strategische Maxime im Unternehmen
Mitschnitt-Länge: 30 Minuten
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Datenbasierte Ansätze im HR gezielt nutzen: So lassen sich Mitarbeiter- und Bewerbererfahrungen systematisch verbessern.

Fach- und Führungskräfte aus mittelständischen und großen Unternehmen diskutieren, wie datenbasierte Ansätze im Personalmanagement zur Optimierung von Mitarbeiter- und Bewerbererfahrungen beitragen können. Das Panel bringt unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis zusammen und beleuchtet, wie Unternehmen systematisch HR-Daten erfassen, nutzen und daraus handlungsrelevante Entscheidungen ableiten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Experience Management als strategischer Hebel für Wandel und Wettbewerbsfähigkeit etabliert werden kann und welche pragmatischen Maßnahmen sich aus der Übernahme von Methoden aus dem Customer Experience Management ergeben.

Die Diskussion zeigt, dass die strategische Verankerung von Experience Management im Unternehmen unterschiedlich bewertet wird: Während Prof. Dr. Peter M. Wald Experience Management als zentrales Steuerungsinstrument für das Personalmanagement sieht, betont Prof. Dr. Isabell Welpe die Notwendigkeit, das gesamte Unternehmensökosystem einzubeziehen und wirtschaftliche Überlebensfähigkeit als übergeordnetes Ziel zu betrachten. Beide Panelisten heben die Bedeutung von Datenorientierung und evidenzbasierter Entscheidungsfindung hervor, sehen aber Nachholbedarf in der Praxis. Konkrete Maßnahmen wie gezieltes Nachfragen im Bewerbungsprozess, konsequente Umsetzung und Messung einzelner Verbesserungen sowie die Übernahme von Methoden aus dem Customer Experience Management werden als zentrale Erfolgsfaktoren genannt. Die Panelisten empfehlen, sich auf wenige, wirkungsvolle Veränderungen zu konzentrieren und dabei die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und Bewerbenden in den Mittelpunkt zu stellen.

Das ist ein sehr differenziertes Bild: Wir müssen alle Facetten beleuchten und möglichst viele Unternehmen und Personaler auf dem Weg zu einer echten Experience-Orientierung mitnehmen. – Prof. Dr. Peter M. Wald

Experience Management ist für mich kein Nucleus, sondern ein sehr modernes, effektives Hilfsmittel, um mit Personal besser bei den Mitarbeiter:innen anzukommen. – Prof. Dr. Isabell Welpe

Die strategische Maxime bleibt Cashflow – aber die Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg haben sich verändert: Ohne Innovation und Anpassung an Experience sinken Margen und Motivation. – Peter M. Wald

  • Experience Management ist ein effektives Hilfsmittel, um Personalmanagement näher an die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu bringen und sollte datenbasiert erfolgen.

  • Die candidate experience kann bereits durch gezieltes Nachfragen und empathische Kommunikation im Bewerbungsprozess signifikant verbessert werden.
  • Datenorientierung und evidenzbasierte Entscheidungen gewinnen im Personalmanagement an Bedeutung, sind aber noch nicht flächendeckend etabliert.
  • Pragmatismus und die Übernahme von Methoden aus dem Customer Experience Management sind entscheidend für die Weiterentwicklung von HR-Prozessen.
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Experience sollten konkret, messbar und konsequent umgesetzt werden, statt zu versuchen, alle Probleme gleichzeitig zu lösen.

Die strategische Verankerung von Experience Management im Personalbereich offenbart einen grundlegenden Zielkonflikt zwischen ökonomischer Rationalität und der konsequenten Ausrichtung auf Mitarbeiter- und Bewerberbedürfnisse. Im Zentrum steht die Frage, ob Experience Management als eigenständige Maxime oder als Teil eines umfassenderen Ökosystem-Ansatzes zu verstehen ist. Die Diskussion legt offen, dass viele Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – noch an der Schwelle zwischen traditionellem Personalmanagement und datenbasierter, erlebnisorientierter Steuerung stehen. Transformation wird hier nicht nur als technologische oder methodische Herausforderung sichtbar, sondern als kultureller Wandel, der bestehende Verantwortungslogiken und Prioritäten infrage stellt. Die Panelisten machen deutlich, dass die Einführung datenbasierter HR-Prozesse häufig an mangelnder Zahlenaffinität, fehlendem Pragmatismus und einer Überbetonung von Hierarchie scheitert. Gleichzeitig wird die Tendenz zur Verantwortungsverschiebung deutlich: Die Erwartung, Experience Management könne als Allheilmittel dienen, ohne die zugrunde liegenden Strukturen und Entscheidungslogiken zu hinterfragen, bleibt ein blinder Fleck.

Für die Zielgruppe ergibt sich daraus ein klarer Reflexionsauftrag: Experience Management entfaltet seine Wirkung nur, wenn Unternehmen bereit sind, operative Routinen und strategische Zielsetzungen konsequent datenbasiert auszurichten und dabei die Perspektive der Mitarbeitenden und Bewerbenden systematisch einzubeziehen. Der Beitrag fordert dazu auf, den Fokus auf wenige, messbare Maßnahmen zu legen und diese mit Pragmatismus und Konsequenz umzusetzen. Die Übernahme von Methoden aus dem Customer Experience Management wird als Impuls für einen Mindset-Wandel im HR positioniert, der die Grenzen zwischen Marketing und Personalmanagement aufbricht. Damit verschiebt sich die Perspektive von der reinen Prozessoptimierung hin zu einer Kultur, in der Argumente und Daten den Ausschlag geben – und nicht Hierarchie oder Gewohnheit. Für die Praxis bedeutet das: Wer Experience Management als strategischen Hebel nutzen will, muss bereit sein, bestehende Strukturen zu hinterfragen, datenbasierte Experimente zuzulassen und die Wirkung von Maßnahmen konsequent zu messen. Nur so lässt sich der Spagat zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und nachhaltiger Mitarbeiterbindung produktiv gestalten.

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