Nico Decock analysiert in seiner Keynote auf dem Shift/HR Innovation SUMMIT 2026 die strukturellen Auswirkungen der AI-Transformation auf die HR-Funktion internationaler Großunternehmen. Aus der Perspektive von Konzernpraxis, Beratung und Forschung beleuchtet er, wie sich die Rolle von HR, die Entscheidungsarchitektur und das Operating Model im Zuge der Digitalisierung grundlegend verändern. Der Beitrag zeichnet sich durch die konsequente Fokussierung auf die Verschiebung von HR-Kompetenzen und Verantwortlichkeiten aus und stellt die Frage nach der zukünftigen Daseinsberechtigung der HR-Funktion im Unternehmen. Im Zentrum steht nicht die Optimierung bestehender Prozesse, sondern die Notwendigkeit, HR als Gestalterin von Entscheidungsarchitekturen und als integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung neu zu positionieren.
Decock identifiziert vier fundamentale Verschiebungen: Der Informationsvorteil von HR verschwindet, die klassische Business-Partner-Rolle verliert ihre Brückenfunktion, Führungsschwächen werden durch Transparenz sichtbar und die Wertschöpfung verlagert sich von Ausführung zu Urteilskraft. Die eigentlichen Benefits der AI-Transformation liegen laut Decock in der radikalen Transparenz organisatorischer Realität, der Verschiebung der Einflussbasis von HR hin zur Gestaltung von Entscheidungsarchitekturen und der Notwendigkeit, Leadership-Defizite offen zu adressieren. Er konkretisiert das neue HR-Operating Model entlang der Dimensionen Capabilities, Entscheidungsarchitektur und Rollen, wobei HR-Business-Partner:innen künftig als Designer:innen von Entscheidungsprozessen agieren. Die Keynote macht deutlich, dass nachhaltige Transformation nicht durch Effizienzsteigerung, sondern durch die Neudefinition von Governance, Rollen und Entscheidungslogik erreicht wird.