Fragmentierte HR-Tool-Landschaften und steigende Transparenzanforderungen durch das Entgelttransparenzgesetz prägen die aktuelle Situation in Personalabteilungen mittelständischer und großer Unternehmen. Im Talk-Format analysiert Tobias Kreis, wie die Vielzahl isolierter Systeme zu Produktivitätsverlusten, erhöhter kognitiver Belastung und ineffizienten Prozessen führt. Der Beitrag bietet einen praxisnahen Zugang, indem er typische Arbeitsabläufe, die Auswirkungen von „Shadow Work“ und die Herausforderungen bei der Integration von HR-Systemen beleuchtet. Besonderes Augenmerk liegt auf der operativen Umsetzung gesetzlicher Berichtspflichten und der Frage, wie Unternehmen durch Digitalisierung und Systemintegration administrative Aufwände reduzieren und Compliance sichern können.
Im Zentrum stehen die Anforderungen des Entgelttransparenzgesetzes, darunter Transparenz in Stellenanzeigen, Auskunftsrechte, regelmäßige Entgeltanalysen und Berichtspflichten. Kreis konkretisiert die notwendigen Maßnahmen: Ist-Analyse der Gehaltsstruktur, Implementierung softwaregestützter Prozesse, Entwicklung objektiver Bewertungskriterien und klare Verantwortlichkeiten. Die Diskussion adressiert auch interne Zielkonflikte bei der Herstellung von Transparenz sowie die Notwendigkeit, Stakeholder wie Betriebsrat und Geschäftsführung einzubinden. Abschließend wird deutlich, dass der Digitalisierungsgrad vieler Unternehmen noch niedrig ist und erst integrierte, workflowgestützte Systeme das volle Potenzial heben. Die Empfehlung: Digitalisierung und Compliance als priorisiertes Projekt mit klaren Rollen, Zeitplänen und externer Beratung angehen, um HR-Teams von Routinetätigkeiten zu entlasten und strategische Aufgaben zu stärken.