Im Mittelpunkt steht der vollständige Neuaufbau einer HR-Funktion in einem mittelständischen Unternehmen nach dem Rückzug eines Konzerns. Zwei Perspektiven – Geschäftsführung und HR-Transformation – beleuchten, wie unter hoher Unsicherheit und mit begrenzten Ressourcen tragfähige Strukturen, Rollenmodelle und ein neues Führungsverständnis entstehen. Der Praxisbericht zeichnet sich durch die Verbindung von operativer Umsetzung und strategischer Steuerung aus. Besonderes Augenmerk liegt auf der aktiven Gestaltung von Beteiligung, der gezielten Einbindung relevanter Stakeholder und dem Umgang mit typischen Widerständen im Transformationsprozess.
Die Speakerinnen zeigen, dass Einbindung allein keine Akzeptanz schafft und vorgefertigte Rollenvorlagen Widerstand erzeugen können. Sie entwickeln Rollenmodelle gemeinsam mit den Teams und setzen auf Transparenz, auch bei unvollständigen Informationen. Führungskräfte werden als zentrale Übersetzer der Transformation befähigt und erhalten ein gemeinsam erarbeitetes Leadership Model. Die Transformation erfolgt in zwei Phasen: Zunächst wird der operative Betrieb sichergestellt, anschließend folgt die strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Organigramm, Vergütung und Führungsverständnis. Im Q&A wird die Übertragbarkeit des Ansatzes diskutiert, wobei die Notwendigkeit eines klaren Projektrahmens und eines Sponsors im Top-Management betont wird. Die zentrale Erkenntnis: Transformation der HR-Funktion ist immer mit der Gesamtorganisation verbunden und gelingt durch konsequente Beteiligung, Klarheit und das produktive Aushalten von Spannungen.