Attraktiver für zufriedenere Mitarbeiter mit der Delete-Strategie

Attraktiver für zufriedenere Mitarbeiter mit der Delete-Strategie
Mitschnitt-Länge: 45 Minuten
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Wie konsequentes Streichen überholter Aufgaben innovative Arbeitszeitmodelle, Produktivität und Arbeitgeberattraktivität ermöglicht.

Konsequent Aufgaben und Prozesse zu streichen, steht im Mittelpunkt dieses Impulses für Inhaber und Personalverantwortliche mittelständischer Unternehmen aus Handwerk, Pflege, Hotellerie und Steuerberatung. Die Delete-Strategie wird als Ansatz vorgestellt, um durch gezieltes Entfernen überholter Tätigkeiten Raum für innovative Arbeitszeitmodelle und organisatorische Anpassungen zu schaffen. Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen, konkrete Kennzahlen und methodische Empfehlungen verdeutlichen, wie Unternehmen durch das Loslassen von Routinen ihre Arbeitgeberattraktivität steigern und dem Fachkräftemangel begegnen können. Die Perspektive ist dabei konsequent auf die Verbindung von Geschäftsmodell, Arbeitszeitgestaltung und Führung ausgerichtet.

Im Zentrum steht die These, dass erfolgreiche Arbeitszeitflexibilisierung und Innovation erst möglich werden, wenn Unternehmen alte Aufgaben und Prozesse systematisch eliminieren. Die Keynote liefert zahlreiche Beispiele: von der Reduktion unnötiger Meetings mithilfe digitaler Tools über die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle in Steuerkanzleien und Handwerksbetrieben bis hin zu selbstorganisierten Pflegeteams ohne Management. Die vorgestellten Methoden reichen von der Visualisierung des Wertbeitrags einzelner Tätigkeiten bis zu Pilotprojekten mit Vier-Tage-Woche und digital unterstützter Dokumentation. Im Q&A werden Herausforderungen wie gesetzliche Vorgaben, Qualitätssicherung und der Umgang mit unterschiedlichen Mitarbeiterpräferenzen adressiert. Die zentrale Erkenntnis: Das Streichen von Aufgaben ist eine Führungsaufgabe, die nachhaltige Veränderungen in Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität ermöglicht.

Wir haben kein Zeitproblem, sondern ein Aufgabenproblem: Unternehmen schleppen zu viele alte Prozesse mit, statt radikal zu streichen und Platz für Neues zu schaffen. – Martin Gaedt

Geschäftsmodell und Arbeitszeit lassen sich nicht getrennt verändern – wer flexible oder verkürzte Arbeitszeiten will, muss zuerst das Geschäftsmodell anpassen. – Martin Gaedt

Die Delete-Strategie heißt: Erst löschen, dann wachsen – nur wer konsequent Überflüssiges streicht, wird attraktiver für Mitarbeitende und steigert Produktivität und Zufriedenheit. – Martin Gaedt

  • Das Streichen alter Aufgaben und Prozesse ist Voraussetzung für erfolgreiche Arbeitszeitflexibilisierung und Geschäftsmodellinnovation.

  • Unternehmen, die konsequent Aufgaben und Prozesse löschen, erzielen messbare Erfolge wie mehr Bewerbungen, weniger Fluktuation, geringere Krankentage und höhere Produktivität.
  • Die Delete-Strategie kann in allen Unternehmensbereichen und -größen angewendet werden, unabhängig davon, ob das gesamte Geschäftsmodell verändert wird.
  • Experimente und Pilotprojekte mit flexiblen Arbeitszeitmodellen wie der Vier-Tage-Woche führen oft zu nachhaltigen Verbesserungen in Arbeitgeberattraktivität und Unternehmenserfolg.
  • Das Streichen wertloser Tätigkeiten ist eine zentrale Führungsaufgabe, die Change und Innovation erst ermöglicht.

Die konsequente Fokussierung auf das Streichen überholter Aufgaben und Prozesse adressiert einen zentralen blinden Fleck in der aktuellen Transformationsdebatte mittelständischer Unternehmen: Nicht der Mangel an Zeit oder Ressourcen limitiert die Innovationsfähigkeit, sondern die fehlende Bereitschaft, tradierte Routinen und Strukturen radikal zu hinterfragen und zu eliminieren. Die Delete-Strategie legt offen, wie stark Verantwortungsverschiebungen und kulturelle Beharrungskräfte den Wandel blockieren. Sie konfrontiert Führungskräfte mit dem Zielkonflikt zwischen Effizienzsteigerung und dem Festhalten an scheinbar bewährten Abläufen. Besonders im Kontext von Arbeitszeitflexibilisierung und Arbeitgeberattraktivität wird deutlich, dass nachhaltige Veränderung nicht durch additive Maßnahmen, sondern durch gezielte Subtraktion entsteht. Die Beispiele aus Handwerk, Pflege und Steuerberatung machen sichtbar, wie strukturelle Widersprüche – etwa zwischen regulatorischen Anforderungen und operativer Entlastung – produktiv aufgelöst werden können, wenn Führung bereit ist, Verantwortung für das aktive Löschen von Aufgaben zu übernehmen.

Für die Praxis liefert der Beitrag einen klaren Reflexionsrahmen: Innovation und Mitarbeiterzufriedenheit entstehen dort, wo Führungskräfte systematisch prüfen, welche Tätigkeiten tatsächlich Wert schaffen und welche lediglich Belastung erzeugen. Die Delete-Strategie fordert dazu auf, operative Routinen nicht als gegeben zu akzeptieren, sondern als gestaltbare Ressource zu begreifen. Sie verschiebt die Perspektive von der Suche nach neuen Tools und Methoden hin zur kritischen Analyse des Bestehenden. Damit wird die Transformation der Arbeitsorganisation zur Führungsaufgabe, die nicht delegiert werden kann. Die vorgestellten Prinzipien – Visualisierung von Tätigkeiten, Pilotierung flexibler Arbeitszeitmodelle, partizipative Entscheidungsprozesse – bieten konkrete Ansatzpunkte für Unternehmen, die Arbeitgeberattraktivität und Produktivität strategisch verknüpfen wollen. Der Beitrag leistet damit einen substanziellen Impuls für einen Kulturwandel, der nicht auf Innovation durch Addition, sondern durch konsequente Reduktion setzt.

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