Im Gespräch mit Urs Merz zur Erfolgsmessung im Lernmanagement

Folge 078

Im Gespräch mit Urs Merz zur Erfolgsmessung im Lernmanagement

Urs Merz diskutiert die Bedeutung andragogischer Prinzipien und qualitativer Methoden für nachhaltige Lernerfolge in Unternehmen.

Urs Merz, Inhaber von Educonsult, beleuchtet in einem Interview die Erfolgsmessung im Lernmanagement mit einem Fokus auf andragogische Prinzipien und qualitative Methoden. Der Beitrag richtet sich an Leiter:innen der Personalentwicklung, Trainer:innen und Coaches, die ihre Lernangebote verbessern und Eigenverantwortung beim Lernen fördern möchten. Merz bringt seine umfassende Erfahrung aus der Erwachsenenbildung ein und diskutiert die Herausforderungen, die durch Digitalisierung und neue Lernformate entstehen. Er betont, dass die Qualität von Lernangeboten entscheidend ist und fordert eine stärkere Berücksichtigung andragogischen Wissens in der Praxis.


Im Interview hebt Merz die Bedeutung der Milieutechnik hervor und kritisiert die unzureichende Anwendung andragogischer Prinzipien in Unternehmen. Er plädiert für eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden zur Erfolgsmessung und sieht in der Sammlung von Narrativen und Erlebnissen den Schlüssel zu nachhaltigen Lernerfolgen. Merz betont, dass Eigenverantwortung und aktive Beteiligung der Lernenden zentral sind und fordert Unternehmen auf, die Rahmenbedingungen für Lernen zu verbessern. Er lehnt standardisierte Lösungen ab und setzt auf zielgruppenorientierte Ansätze, um die individuellen Lernbedarfe besser zu adressieren.

Die größte Herausforderung in der Erwachsenenbildung ist das Fehlen eines bildungswissenschaftlichen Zugangs zu dem, was wir Lernen nennen. – Urs Merz


Erwachsene haben das Recht, nicht zu lernen. Dieser Imperativ, dass jemand gekündigt werden muss, wenn er nicht lernen will, widerspricht jeglichem Humanismus. – Urs Merz


Lernen ist eine Aktivität, und die Teilnehmer müssen dort abgeholt werden, wo sie sind, um ein echtes Lernerlebnis zu schaffen. – Urs Merz

  • Andragogisches Wissen wird in der Erwachsenenbildung oft vernachlässigt, was die Qualität der Lernangebote beeinträchtigt.
  • Qualitative Erfolgsmessung, basierend auf Narrativen, ist essenziell, um die psychosoziale Dynamik von Lernprozessen zu verstehen.
  • Rahmenbedingungen wie Lernsituation, Vor- und Nachgespräche sind entscheidend für den Erfolg von Lernangeboten.
  • Lernen ist eine Aktivität, keine Konsumhandlung – Eigenverantwortung und aktive Beteiligung der Lernenden sind zentral.
  • Die Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden bietet ein umfassenderes Bild der Lernwirksamkeit.

Die Diskussion um die Erfolgsmessung im Lernmanagement, wie sie von Urs Merz geführt wird, beleuchtet die strategische Relevanz andragogischer Prinzipien in der Erwachsenenbildung. Im Zentrum steht die Herausforderung, qualitative Erfolgsmessung in einer zunehmend digitalisierten Lernumgebung zu implementieren. Die Digitalisierung im HR-Management fokussiert oft auf Prozessautomatisierung, während die Entwicklung neuer Haltungen und Fähigkeiten der Mitarbeitenden vernachlässigt wird. Dies offenbart einen blinden Fleck in der Unternehmensstrategie: Die Notwendigkeit, Lernangebote nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu bewerten, um die psychosoziale Dynamik der Organisation zu verstehen. Der Beitrag thematisiert die strukturellen Widersprüche zwischen der Notwendigkeit zur Transformation und der bestehenden Praxis, die oft auf veralteten, quantitativen Methoden basiert. Diese Diskrepanz führt zu einem Spannungsfeld, in dem die Eigenverantwortung der Lernenden und die Qualität der Lernangebote im Mittelpunkt stehen.


Der Beitrag von Merz liefert wertvolle Impulse für die Zielgruppe, indem er die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Lernumgebung betont. Er fordert Unternehmen auf, sich von der Fixierung auf Messbarkeit zu lösen und stattdessen auf narrative und qualitative Methoden zu setzen, um nachhaltige Lernerfolge zu erzielen. Diese Perspektive verschiebt den Fokus von rein operativen Zielen hin zu einem kulturellen Wandel, der die Eigenverantwortung und aktive Beteiligung der Lernenden fördert. Merzs Ansatz, Assoziationsketten und Erlebnisse zu sammeln, bietet eine innovative Methode, um Lernprozesse besser zu verstehen und zu steuern. Dies trägt zur Weiterentwicklung des Themas bei, indem es die operative Praxis mit strategischen Zielen und kulturellem Wandel in Einklang bringt und Unternehmen dazu inspiriert, mutig neue Wege in der Erfolgsmessung zu beschreiten.

Der Zugriff auf das Video umfasst eine textuelle Aufarbeitung, die bereits mit einem Freemium-Account zugänglich ist.

Jetzt direkten Zugang freischalten!

Registriere Dich für einen Freemium-Zugang für die Shift/CX Plattform und erhalte direkten Zugang zum Mitschnitt und der Dokumentation.

Darüber hinaus bietet der Freemium-Account folgendes:
  • Zugang zu allen Freemium-Inhalten der Mediathek
  • Drei Credits für Freischaltung von Premium-Inhalten
  • Monatlicher Content-Newsletter mit redaktionell freigeschalteten Premium-Inhalten
  • Zugang zu geschlossener Linkedin-Gruppe
  • Besondere Plattform-Angebote
  • Kostenlos für immer!

Jetzt registieren & Zugang erhalten: