Im Gespräch mit Prof. Dr. Nico Rose zum Weg zu einer positiveren Unternehmenskultur in 2021

#shifthrTalk 022

Im Gespräch mit Prof. Dr. Nico Rose zum Weg zu einer positiveren Unternehmenskultur in 2021
Mitschnitt-Länge: 45 Minuten
Mitschrift verfügbar

Positive Unternehmenskultur: Prof. Dr. Nico Rose diskutiert Arbeitszufriedenheit, Sinnstiftung und die Rolle von Autonomie in Unternehmen.

Prof. Dr. Nico Rose, ein Experte für Organisationspsychologie, bietet in einem Interview im Rahmen der Shift/HR Talks 2022 tiefgehende Einblicke in die Entwicklung positiver Unternehmenskulturen. Der Beitrag richtet sich an HR-Leiter großer Unternehmen und Organisationspsychologen in Beratungsfirmen, die nach konkreten Ansätzen zur Förderung von Mitarbeiterengagement und Arbeitszufriedenheit suchen. Rose diskutiert differenzierte Arbeitszufriedenheit und Sinnstiftung im Arbeitskontext, wobei er psychologische Modelle und empirische Forschungsergebnisse heranzieht. Besonders hervorzuheben ist seine kritische Auseinandersetzung mit der Gleichsetzung von Spaß und Engagement sowie seine Betonung der Bedeutung von authentischer Kommunikation über den Unternehmenszweck.


Im Interview unterscheidet Rose zwischen verschiedenen Arten von Arbeitszufriedenheit, darunter progressive und stabilisierte Zufriedenheit, und warnt vor Pseudo- und resignierender Zufriedenheit. Er betont, dass Sinnstiftung oft aus der Bewältigung von Herausforderungen entsteht und nicht aus angenehmen Momenten. Rose kritisiert oberflächliche Ansätze zur Unternehmenskultur und plädiert für eine tiefere Auseinandersetzung mit den kulturellen Prinzipien eines Unternehmens. Er hebt die Bedeutung von Autonomie und Selbstwirksamkeit für individuelle Sinnstiftung hervor und empfiehlt Methoden wie OKR, um Unternehmensziele auf individuelle Ziele herunterzubrechen. Zudem diskutiert er die Herausforderungen der Remote-Arbeit und die Notwendigkeit informeller Interaktionen für Innovation und Sinnstiftung.

Positive Arbeitskultur entsteht nicht durch Spaß allein. Es geht darum, den Mitarbeitern Sinnmöglichkeiten zu bieten, die über das reine Vergnügen hinausgehen. – Prof. Dr. Nico Rose


Ein Unternehmen sollte sich nicht hinter einem künstlichen Purpose verstecken. Authentizität und klare Ziele sind entscheidend für den Erfolg und die Glaubwürdigkeit. – Prof. Dr. Nico Rose


Die größte Herausforderung im Homeoffice ist die Erhaltung der informellen Kommunikation. Spontane Interaktionen sind entscheidend für Innovation und Teamzusammenhalt. – Prof. Dr. Nico Rose

  • Positive Arbeitszufriedenheit kann in progressive und stabilisierte Zufriedenheit unterteilt werden, während Pseudo- und resignierende Zufriedenheit langfristig problematisch sind.
  • Sinnstiftung entsteht häufig in herausfordernden Situationen und ist nicht zwangsläufig mit Spaß am Arbeitsplatz gleichzusetzen.
  • Eine authentische Unternehmenskultur erfordert klare Kommunikation über den Purpose und die Grenzen des Unternehmens.
  • Die informelle Ebene der Unternehmenskultur, wie spontane Interaktionen, ist entscheidend für Innovation und sollte auch im Remote-Arbeitskontext gefördert werden.
  • Führungskräfte sollten regelmäßig What-Went-Well-Reflexionen durchführen, um positive Entwicklungen im Team hervorzuheben.

Die Diskussion um positive Unternehmenskulturen gewinnt an strategischer Bedeutung, da sie die Balance zwischen Mitarbeiterengagement und organisationaler Zielerreichung adressiert. Ein zentraler Konflikt besteht in der Differenzierung zwischen oberflächlicher Zufriedenheit und tiefgreifendem Engagement. Die Herausforderung liegt darin, dass Unternehmen oft auf sichtbare Kulturartefakte setzen, während die tieferen kulturellen Ebenen vernachlässigt werden. Diese oberflächliche Herangehensweise kann zu einem Cargo-Kult-Phänomen führen, bei dem äußere Merkmale imitiert werden, ohne die zugrunde liegenden Prinzipien zu verstehen. Der Beitrag beleuchtet die Notwendigkeit, zwischen authentischem und aufgesetztem Purpose zu unterscheiden, um Glaubwürdigkeit zu wahren und eine nachhaltige Kulturtransformation zu ermöglichen. Die Diskussion um Sinnstiftung zeigt, dass diese nicht zentral verordnet werden kann, sondern aus individuellen Freiräumen und der Möglichkeit zur Selbstwirksamkeit entsteht.


Der Beitrag liefert wertvolle Impulse für Führungskräfte, indem er auf die Bedeutung von Autonomie und individueller Verantwortung hinweist. Die Empfehlung, regelmäßige What-Went-Well-Reflexionen durchzuführen, bietet einen praktischen Ansatz, um positive Entwicklungen im Team zu fördern und die Aufmerksamkeit auf Erfolge zu lenken. Dies unterstützt nicht nur die operative Praxis, sondern trägt auch zur strategischen Zielerreichung bei, indem es das Mitarbeiterengagement stärkt. Die Reflexion über die Rolle informeller Kommunikation im Remote-Arbeitskontext verschiebt die Perspektive auf die Notwendigkeit, spontane Interaktionen auch digital zu ermöglichen. Insgesamt fordert der Beitrag dazu auf, Führung als kontinuierlichen Entwicklungsprozess zu verstehen, der sowohl die Rolle als auch den Menschen berücksichtigt, um eine authentische und sinnstiftende Unternehmenskultur zu fördern.

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