Fallbeispiel: Agile Coaching und Kulturwandel bei Dr. Oetker

Fallbeispiel: Agile Coaching und Kulturwandel bei Dr. Oetker
Mitschnitt-Länge: 30 Minuten
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Mitschrift verfügbar

Agile Transformation bei Dr. Oetker: Nutzerzentrierte Prozesse und systemische Ansätze fördern nachhaltigen Kulturwandel in Familienunternehmen.

Maike Küper, Agile Coach bei Culture Development für Dr. Oetker, bietet in ihrem Vortrag bei den Shift/HR Talks 2022 einen tiefen Einblick in die agile Organisations- und Kulturentwicklung eines mittelständischen Familienunternehmens. Der Beitrag hebt sich durch die Kombination systemischer und agiler Ansätze ab, die speziell auf die Bedürfnisse von Familienunternehmen zugeschnitten sind. Besonders hervorzuheben ist der Ansatz, Unternehmen als lebendige, kommunikative Systeme zu betrachten, was eine Abkehr von mechanistischen Veränderungsmodellen darstellt. Die Arbeit des Teams basiert auf den Prinzipien der Nutzerzentrierung, Freiwilligkeit und Eigenverantwortung, was einen Paradigmenwechsel in der traditionellen Unternehmenskultur von Dr. Oetker darstellt.


Im Zentrum des Vortrags stehen die Methoden und Prinzipien, die das Team bei Dr. Oetker anwendet, um nachhaltige Veränderungen zu fördern. Dazu gehören iterative und nutzerzentrierte Prozesse, die ohne Masterpläne auskommen und sich an den spezifischen Bedürfnissen der Abteilungen orientieren. Die Ausbildung von Multiplikatoren, den sogenannten Local Transformation Agents, ermöglicht es, den Kulturwandel international zu skalieren. Transparenz wird durch die offene Dokumentation aller Projekte und die Förderung des Austauschs sowohl intern als auch extern gewährleistet. Die agile Transformation erfolgt in kleinen Schritten, um Überforderung zu vermeiden und die Akzeptanz zu erhöhen. Diese Herangehensweise zeigt, dass nachhaltige Organisationsentwicklung durch konsequente Kommunikation und die Einbindung der Mitarbeitenden in den Veränderungsprozess erreicht werden kann.

Wir arbeiten sehr individuell und setzen uns mit den Abteilungen auseinander, um Lösungen zu finden, die passen. Das führt dazu, dass wir als Change-Team nicht unbeliebt sind. – Maike Küper


Das Prinzip der Freiwilligkeit ist super wichtig. Wir zwingen niemanden, mit uns zu arbeiten. Abteilungen kommen zu uns, wenn sie ein Problem haben und unsere Unterstützung wollen. – Maike Küper


Transparenz by default ist für unsere Firma sehr ungewöhnlich. Alle unsere Projekte und Dokumente sind öffentlich zugänglich, um agile Prinzipien vorzuleben und andere zu ermutigen, das ebenso zu tun. – Maike Küper

  • Organisationsentwicklung erfordert nutzerzentrierte und freiwillige Ansätze, um nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen.
  • Systemisches Denken ersetzt mechanistische Ansätze und betrachtet Unternehmen als lebendige, kommunikative Systeme.
  • Iterative, kleine Schritte und die Fokussierung auf schnellen Kundennutzen sind effektiver als groß angelegte Change-Programme.
  • Transparenz und Eigenverantwortung sind Schlüsselfaktoren für erfolgreiche agile Transformationen.
  • Multiplikatoren und Community-Management sind essenziell, um Kulturwandel in großen Organisationen zu skalieren.

Agile Transformation und Kulturwandel in mittelständischen Familienunternehmen sind von strategischer Relevanz, da sie die Anpassungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit dieser Organisationen sichern. Der Beitrag beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, traditionelle Werte wie Qualität und Stabilität mit agilen, kundenorientierten Ansätzen zu vereinen. Ein zentrales Spannungsfeld ist die Balance zwischen bewährten Strukturen und der Flexibilität, die für eine agile Transformation erforderlich ist. Der Beitrag macht deutlich, dass mechanistische Ansätze oft versagen, wenn es darum geht, lebendige, kommunikative Systeme wie Unternehmen nachhaltig zu verändern. Stattdessen wird ein systemisches Denken gefordert, das Organisationen als dynamische Einheiten betrachtet, in denen kontinuierliche Anpassung und Kommunikation im Vordergrund stehen. Diese Perspektive verschiebt die Verantwortung für Veränderung von zentralen Steuerungseinheiten hin zu den Teams selbst, was neue Denkmodelle und Führungskonflikte sichtbar macht.


Der Beitrag liefert handlungsrelevante Impulse, indem er Prinzipien wie Nutzerzentrierung, Freiwilligkeit und Eigenverantwortung als Schlüssel für erfolgreiche Transformationen hervorhebt. Diese Prinzipien fördern nicht nur die Akzeptanz von Veränderungen, sondern unterstützen auch die nachhaltige Verankerung neuer Arbeitsweisen. Der Ansatz, Veränderungen in kleinen, iterativen Schritten zu gestalten, fordert die Zielgruppe auf, Transformation als kontinuierlichen Prozess zu verstehen, der nicht durch groß angelegte Programme, sondern durch gezielte, nutzerzentrierte Maßnahmen erreicht wird. Die Rolle von Multiplikatoren und die Förderung von Transparenz werden als essenziell für die Skalierung von Kulturwandel in großen Organisationen dargestellt. Der Beitrag verschiebt die Perspektive von einer zentral gesteuerten zu einer dezentralen, teamorientierten Veränderungskultur und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Themas in der Praxis.

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