Ina Ferber, Inhaberin der Ferber Personalberatung, beleuchtet in ihrem Expert-Talk die komplexen ethischen und methodischen Herausforderungen im Recruiting während der Corona-Krise. Der Beitrag richtet sich an Recruiting-Leiter mittelständischer Unternehmen in krisenbetroffenen Branchen wie Gesundheitswesen und Tourismus. Ferber bietet eine differenzierte Analyse der Arbeitsmarktveränderungen und betont die Notwendigkeit einer Methodenvielfalt im gespaltenen Arbeitsmarkt. Sie diskutiert die ethische Bewertung von Active Sourcing-Methoden und hebt die Bedeutung einer flexiblen Anpassung der Recruiting-Strategien an die jeweilige Marktsituation hervor.
Im Zentrum des Vortrags stehen die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt und die ethischen Grenzen im Recruiting, insbesondere bei systemrelevanten Berufen. Ferber beschreibt die Notwendigkeit, zwischen juristischen und ethischen Aspekten zu unterscheiden und plädiert für Zurückhaltung beim Abwerben in kritischen Infrastrukturen. Sie erläutert den Einsatz von Candidate Personas und digitalen Zwillingen zur gezielten Ansprache von Kandidaten und warnt vor unethischen Praktiken wie der Nutzung privater Kontaktdaten. Die Live-Umfrage unter den Teilnehmern bestätigt die Einschätzung, dass das Abwerben weniger systemrelevanter Profile vertretbar ist, während bei anderen Zurückhaltung geboten ist. Abschließend empfiehlt Ferber, die ethische Bewertung kontinuierlich an die aktuelle Lage anzupassen.
