Fachbeitrag: Jetzt nicht abwerben! Was dürfen Recruiter in Zeiten von Corona?

Fachbeitrag: Jetzt nicht abwerben! Was dürfen Recruiter in Zeiten von Corona?
Mitschnitt-Länge: 20 Minuten
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Recruiting in Krisenzeiten: Ethische Grenzen und Methodenvielfalt im gespaltenen Arbeitsmarkt analysiert von Ina Ferber.

Ina Ferber, Inhaberin der Ferber Personalberatung, beleuchtet in ihrem Expert-Talk die komplexen ethischen und methodischen Herausforderungen im Recruiting während der Corona-Krise. Der Beitrag richtet sich an Recruiting-Leiter mittelständischer Unternehmen in krisenbetroffenen Branchen wie Gesundheitswesen und Tourismus. Ferber bietet eine differenzierte Analyse der Arbeitsmarktveränderungen und betont die Notwendigkeit einer Methodenvielfalt im gespaltenen Arbeitsmarkt. Sie diskutiert die ethische Bewertung von Active Sourcing-Methoden und hebt die Bedeutung einer flexiblen Anpassung der Recruiting-Strategien an die jeweilige Marktsituation hervor.


Im Zentrum des Vortrags stehen die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt und die ethischen Grenzen im Recruiting, insbesondere bei systemrelevanten Berufen. Ferber beschreibt die Notwendigkeit, zwischen juristischen und ethischen Aspekten zu unterscheiden und plädiert für Zurückhaltung beim Abwerben in kritischen Infrastrukturen. Sie erläutert den Einsatz von Candidate Personas und digitalen Zwillingen zur gezielten Ansprache von Kandidaten und warnt vor unethischen Praktiken wie der Nutzung privater Kontaktdaten. Die Live-Umfrage unter den Teilnehmern bestätigt die Einschätzung, dass das Abwerben weniger systemrelevanter Profile vertretbar ist, während bei anderen Zurückhaltung geboten ist. Abschließend empfiehlt Ferber, die ethische Bewertung kontinuierlich an die aktuelle Lage anzupassen.

Jetzt nicht abwerben: Was dürfen Recruiter in Zeiten von Corona? – Ina Ferber


Der Arbeitsmarkt ist gespalten: Während einige Branchen schrumpfen, wachsen andere. Diese Dynamik erfordert eine größere Methodenvielfalt im Recruiting. – Ina Ferber


In Krisenzeiten sollten Recruiter ethische Grenzen beachten und systemrelevante Berufe nicht abwerben. Die Stabilität der Organisationen hat Vorrang. – Ina Ferber


Active Sourcing bleibt wichtig, aber in Branchen mit hoher Arbeitslosigkeit funktionieren auch klassische Stellenanzeigen wieder. – Ina Ferber

  • Ein gespaltenes Arbeitsmarktumfeld erfordert eine Kombination aus Active Sourcing und klassischen Stellenanzeigen.
  • Ethische Grenzen im Recruiting sollten besonders bei systemrelevanten Berufen beachtet werden, um Organisationen in Krisenzeiten nicht zusätzlich zu belasten.
  • Recruiting-Strategien müssen flexibel an die unterschiedlichen Auswirkungen der Krise auf Branchen und Arbeitsmärkte angepasst werden.
  • Das Erstellen von Candidate Personas und digitalen Zwillingen kann helfen, gezielte Sourcing-Strategien zu entwickeln.
  • Mehrfache Kontaktversuche über verschiedene Kanäle können die Erfolgsquote im Recruiting signifikant erhöhen, sollten jedoch ethisch vertretbar bleiben.

Im Kontext der aktuellen Herausforderungen im Recruiting während der Corona-Krise wird die strategische Relevanz ethischer Überlegungen besonders deutlich. Der Beitrag beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit, Fachkräfte zu gewinnen, und der ethischen Verantwortung, systemrelevante Berufe nicht zusätzlich zu belasten. Diese Thematik offenbart strukturelle Widersprüche im Arbeitsmarkt: Während in einigen Branchen ein Fachkräftemangel herrscht, steigt in anderen die Arbeitslosigkeit. Diese Divergenz erfordert eine Transformation der Recruiting-Strategien, die sowohl die ethische Dimension als auch die methodische Vielfalt berücksichtigt. Der Beitrag macht sichtbar, dass ein blinder Fleck in der bisherigen Praxis die unzureichende Berücksichtigung ethischer Aspekte bei der Ansprache von Kandidaten in kritischen Berufen ist. Diese Erkenntnis fordert eine Neubewertung der Verantwortlichkeiten von Recruitern und eine Anpassung der Methoden an die spezifischen Marktbedingungen.


Der Beitrag liefert handlungsrelevante Impulse, indem er aufzeigt, wie ethische Prinzipien in die operative Praxis integriert werden können. Er empfiehlt, die Kontaktaufnahme zu Kandidaten unter Berücksichtigung der Systemrelevanz und der aktuellen Belastungssituation zu gestalten. Dies verschiebt die Perspektive von einer rein erfolgsorientierten zu einer verantwortungsbewussten Recruiting-Strategie. Die Zielgruppe wird aufgefordert, ihre Methodenvielfalt regelmäßig zu überprüfen und an die jeweilige Marktsituation anzupassen. Der Beitrag leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Themas, indem er die Verbindung zwischen operativer Praxis, strategischem Ziel und kulturellem Wandel herstellt. Er inspiriert dazu, ethische Überlegungen als integralen Bestandteil der Recruiting-Strategie zu betrachten und damit langfristig die Attraktivität und Stabilität der eigenen Organisation zu sichern.

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