Flexible, lebenszyklusorientierte Mitarbeiterbefragungen ersetzen bei TüV Süd die traditionellen, periodischen Großsurveys. Im Fokus steht ein mitarbeiterzentrierter Ansatz, der relevante Touchpoints im Employee Lifecycle identifiziert und gezielt adressiert. Die Befragungen werden von den Mitarbeitenden selbst initiiert und beziehen sich auf konkrete Erlebnisse, etwa den ersten Arbeitstag, die Rückkehr aus der Elternzeit oder eine Beförderung. Ergänzend kommen strukturierte, freiwillige 1:1-Interviews zum Einsatz, die unterschiedliche Perspektiven erfassen und zeitnah ausgewertet werden. Die Kombination aus permanent verfügbaren Befragungsformaten und qualitativen Interviews ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der Employee Experience und fördert die Selbstwirksamkeit der Mitarbeitenden.
Im Praxisbericht wird deutlich, dass die Transformation des Feedback-Managements einen Kulturwandel erfordert: Die Eigeninitiative der Mitarbeitenden muss gestärkt, Survey-Müdigkeit durch schnelle, sichtbare Maßnahmen verhindert und die Kommunikation über Prioritäten transparent gestaltet werden. Die qualitative Auswertung der Interviews ist ressourcenintensiv, bietet jedoch einen hohen Mehrwert für die Entwicklung konkreter Maßnahmen. Die Differenzierung von Touchpoints nach digitaler, physischer und humaner Dimension sowie die Aggregation qualitativer und quantitativer Daten bilden die Grundlage für eine nachhaltige Engagement-Kultur. Entscheidend bleibt, Befragungen nur dort einzusetzen, wo das Unternehmen tatsächlich handlungsfähig ist, und die Ergebnisse konsequent in Verbesserungen zu überführen.
