Optimierungen im Employee Feedback Management bei TüV Süd

Optimierungen im Employee Feedback Management bei TüV Süd
Mitschnitt-Länge: 40 Minuten
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Mitschrift verfügbar

Flexible, lebenszyklusorientierte Mitarbeiterbefragungen und 1:1-Interviews stärken Eigeninitiative und beschleunigen Maßnahmenumsetzung.

Flexible, lebenszyklusorientierte Mitarbeiterbefragungen ersetzen bei TüV Süd die traditionellen, periodischen Großsurveys. Im Fokus steht ein mitarbeiterzentrierter Ansatz, der relevante Touchpoints im Employee Lifecycle identifiziert und gezielt adressiert. Die Befragungen werden von den Mitarbeitenden selbst initiiert und beziehen sich auf konkrete Erlebnisse, etwa den ersten Arbeitstag, die Rückkehr aus der Elternzeit oder eine Beförderung. Ergänzend kommen strukturierte, freiwillige 1:1-Interviews zum Einsatz, die unterschiedliche Perspektiven erfassen und zeitnah ausgewertet werden. Die Kombination aus permanent verfügbaren Befragungsformaten und qualitativen Interviews ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der Employee Experience und fördert die Selbstwirksamkeit der Mitarbeitenden.

Im Praxisbericht wird deutlich, dass die Transformation des Feedback-Managements einen Kulturwandel erfordert: Die Eigeninitiative der Mitarbeitenden muss gestärkt, Survey-Müdigkeit durch schnelle, sichtbare Maßnahmen verhindert und die Kommunikation über Prioritäten transparent gestaltet werden. Die qualitative Auswertung der Interviews ist ressourcenintensiv, bietet jedoch einen hohen Mehrwert für die Entwicklung konkreter Maßnahmen. Die Differenzierung von Touchpoints nach digitaler, physischer und humaner Dimension sowie die Aggregation qualitativer und quantitativer Daten bilden die Grundlage für eine nachhaltige Engagement-Kultur. Entscheidend bleibt, Befragungen nur dort einzusetzen, wo das Unternehmen tatsächlich handlungsfähig ist, und die Ergebnisse konsequent in Verbesserungen zu überführen.

Frage nicht, wenn du nicht daran arbeiten willst – das Commitment, wirklich Veränderungen aus dem Employee Feedback abzuleiten, ist entscheidend. – Katharina Rzymbowski

Wir haben die klassischen, umfangreichen Mitarbeiterbefragungen durch mitarbeiterzentrierte, jederzeit mögliche Pulsbefragungen ersetzt, um relevante Momente und echte Wirkung zu erzielen. – Katharina Rzymbowski

Stay Interviews sind für uns ein festes Instrument geworden, weil sie Wertschätzung und Selbstwirksamkeit greifbar machen – auch wenn sie aufwendig sind, lohnt sich der qualitative Dialog. – Katharina Rzymbowski

  • Mitarbeiterbefragungen müssen konkrete Arbeitspakete und Handlungsoptionen ermöglichen, sonst verlieren sie an Akzeptanz und Relevanz.

  • Der Wechsel von abstrakten, umfangreichen Befragungen hin zu mitarbeiterzentrierten, lebenszyklusorientierten Pulsbefragungen erhöht die Relevanz und Wirksamkeit des Feedbacks.
  • Stay Interviews als freiwilliges, strukturiertes 1:1-Format stärken Wertschätzung und Selbstwirksamkeit, sind aber ressourcenintensiv und erfordern differenzierte Auswertung.
  • Schnelle, sichtbare Reaktionen auf Feedback fördern die Teilnahmebereitschaft und verhindern Feedback-Müdigkeit.
  • Nicht jedes Feedback kann umgesetzt werden, aber transparente Kommunikation über Prioritäten und Entscheidungen ist essenziell für Vertrauen und nachhaltige Engagement-Kultur.

Die konsequente Verlagerung von klassischen, zentralisierten Mitarbeiterbefragungen hin zu flexiblen, lebenszyklusorientierten Feedbackformaten adressiert einen zentralen Zielkonflikt im Employee Experience Management globaler, regulierter Unternehmen: den Widerspruch zwischen Standardisierung und individueller Relevanz. Die Praxis zeigt, wie die Orientierung an abstrakten Engagement-Werten und periodischen Großbefragungen in der organisationalen Realität an Wirksamkeit verliert, sobald die Rückkopplungsschleifen zu lang und die Maßnahmen zu diffus bleiben. Hier wird ein blinder Fleck sichtbar: Die Annahme, dass umfassende Datenerhebung automatisch zu handlungsleitenden Erkenntnissen führt, erweist sich als Denkfehler. Vielmehr verschiebt sich die Verantwortung für Veränderung von der Organisation auf die Mitarbeitenden, wenn diese aktiv und situativ Feedback geben können – eine Transformation, die sowohl kulturelle als auch strukturelle Barrieren adressiert. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen: Die Notwendigkeit, Eigeninitiative zu fördern, die Gefahr der Überforderung durch permanente Feedbackmöglichkeiten und die Ressourcenbindung bei qualitativen Formaten wie 1:1-Interviews. Die Differenzierung von Touchpoints nach digitaler, physischer und humaner Dimension zwingt Führung und Organisation, gewohnte Bewertungsmuster zu hinterfragen und die Komplexität der Employee Experience granular zu erfassen.

Für die HR-Verantwortlichen und Business Partner in regulierten Branchen liefert der Ansatz klare Reflexionsimpulse: Feedbackprozesse entfalten nur dann Wirkung, wenn sie konsequent an konkreten Handlungsoptionen ausgerichtet und durch schnelle, sichtbare Reaktionen flankiert werden. Die Praxis fordert dazu auf, Survey-Müdigkeit nicht als individuelles Problem, sondern als Symptom struktureller Ineffizienz zu begreifen. Transparente Kommunikation über Prioritäten und die Bereitschaft, auch nicht umsetzbare Anliegen nachvollziehbar zu adressieren, werden zur Voraussetzung für Vertrauen und nachhaltiges Engagement. Der Beitrag verschiebt die Perspektive von der reinen Datensammlung hin zur aktiven Gestaltung von Veränderungsprozessen, in denen Selbstwirksamkeit und Wertschätzung der Mitarbeitenden im Zentrum stehen. Damit entsteht ein Handlungsrahmen, der operative Praxis, strategische Zielsetzungen und kulturellen Wandel integriert und die Rolle von HR als Treiber wirksamer Employee Experience neu definiert.

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