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HR im Wandel - Eine Zusammenfassung der Sage-Studie mit Ausblick auf 2024

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Es ist Sommerzeit und damit Zeit mal ein wenig über unseren eigenen Tellerrand zu schauen und ein paar liegengebliebene Bookmarks auszuwerten. So z.B. auf die Ergebnisse der jährlichen Studie von Sage zum Thema "HR im Wandel", bei der mehr als 1000 Personalleiter und Geschäftsführer in verschiedenen Ländern (Deutschland, Großbritannien, Spanien, USA & Kanada sowie Australien) befragt wurden. 

Für einen Check der inhaltlichen Ausrichtung unserer weiteren Veranstaltungen haben wir uns einmal intensiver mit den Ergebnissen befasst. Alternativ findet Ihr hier auch eine Interpretation von Sage's Franziska Priebe.

Viel Stress mit Veränderungen und Unsicherheiten im HR Alltag

Der Umgang mit den Umbrüchen - egal ob durch den demografischen Wandel der Arbeitskräfte, den Krisen und Umstrukturierungen oder jetzt durch die Disruption von KI - hat laut Sage-Studie bei HR-Verantwortlichen eine immense Stresssituation ausgelöst. So wird ein HR-Leiter von Simelo Solutions zitiert:

Die letzten Jahre waren extrem stressig. Wir mussten uns bei der Arbeit mit hochkomplexen Fragen auseinandersetzen und auch unseren Mitarbeitern helfen, für die das wirklich schwierige Zeiten waren. (Tashar Kad, HR-Manager von Simelo Solutions in der Sage "HR im Wandel" Studie)

Das spiegelt sich auch mit den Diskussionen auf unseren Events: Die Job-Anforderungen und die Arbeitslast sind hoch; die Veränderung des Unternehmens wie auch der eigenen Funktion und des eigenen Selbstverständnis erfordern ein hohes Engagement. Die Unsicherheit, über was ist planbar und was kommt als nächste Krise "um die Ecke", ist groß. Teilweise wird dies als Chance für mehr Gestaltungsraum verstanden und angegangen, teilweise ist es aber auch zermürbend. Dies gibt ein durchaus zweigeteiltes Bild: mit einem Teil von HR-Verantwortlichen, die das Ruder der Veränderung aktiv in die Hand genommen haben, und einem zweiten Teil, dass eher reaktiv agiert - sich auch bewegt, aber in der Regel weniger strategisch mit den Veränderungen umgeht.

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Quelle: Sage-Studie "HR im Wandel" 2024 (https://www.sage.com/de-de/hr-software/hr-trends/)

Eine wichtige (wenngleich für einen HR-Lösungsanbieter als Studienersteller nicht wirklich verwunderliche) Aussage trifft die Sage-Studie noch: "Personalarbeit muss moderner werden und weniger verwaltungsintensiv sein, damit mehr Zeit für strategische Ziele und eine beratende Funktion bleibt. Allerdings weisen die meisten Teilnehmer unserer Studie darauf hin, dass die Verwaltungsaufgaben dennoch überwiegen – was eigentlich niemand im Unternehmen will." Hier sehen die Autoren natürlich die Notwendigkeit der weiteren Digitalisierung der administrativen Personalprozesse. HR Tech bietet hier in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen mittlerweile umfangreiche Lösungsansätze - hinderlich sind dabei laut den Diskussionen auf unseren Veranstaltungen immer noch die Alt-Systeme, die hier und da doch im Unternehmen bestehen und die etwas aus der Zeit "gefallen" sind, aber nicht wirklich von heute auf morgen ersetzt werden können. 

Die Pandemie - mit der Notwendigkeit über Nacht Personalarbeit digital und remote machen zu können - hat hier viele Unternehmen auf die nächste Stufe katapuliert. Dabei ist aber hier und da auch ein neuer Flickenteppich entstanden, den es derzeit gerade gilt, wieder zu vereinheitlichen.

Ruf nach mehr Mitarbeiterorientierung für die Zukunftsentwicklung

"Für 83 Prozent der befragten Personalverantwortlichen und 85 Prozent der Geschäftsführer werden Aspekte wie Mitarbeitererfahrungen und -zufriedenheit bei der Personalarbeit immer wichtiger – je stärker sich die HR weg von der Verwaltungsfunktion und hin zu einer strategischen, mitarbeiterorientierten Rolle in einer dynamischen Arbeitswelt entwickelt." (Quelle: Sage-Studie, S.15)

Sowohl für die Mitarbeiter-Retention als auch die Attraktivität am neuen mit vielen alternativen Remote-Arbeitsangeboten geprägten Arbeitsmarkt müssen die administrativen Prozesse für Mitarbeitende zufriedenstellend sein. Zusammen mit den Mitarbeitenden das Unternehmen, die Prozesse und die Arbeitsunterstützung zu entwickeln, das ist heute die Anforderung. Dafür braucht es die Erkenntnisse über das, was den Mitarbeitenden wichtig ist und was ihnen "stinkt". 

Zuhören und Feedback erfassen sowie daraus die richtigen Erkenntnisse und Aktionen ableiten, das sind die zentralen Aufgaben des mitarbeiterorientierten Ansatzes. Die Sage-Studie sieht hierbei, dass die befragten Personalleiter sich hier noch nicht ausreichend befähigt sein. Gleichsam bewerten sie aber die Wichtigkeit von digitalen und analytischen Fähigkeiten immer noch niedriger als klassische HR-Kompetenzen (Coaching & Moderationsfähigkeiten, Managementkenntnisse). 

Es ist nichts Neues, wenn wir deshalb sagen, dass HR noch Technologie- und Daten-orientierter werden muss. Das wurde von verschiedenen Experten und Branchen-Insidern über die letzten Jahre wiederholt angeführt. Auch die Sage-Studie sieht diese Forderung an HR - insbesondere aus Sicht der Geschäftsführung.

Natürlich geht es bei der Arbeit im Personalbereich um Menschen und die müssen im Mittelpunkt stehen. Hierfür muss aber alles, was prozessual behindert oder nicht integriert ist, digitaler zusammengeführt werden. Dann müssen die Prozesse aus Mitarbeitersicht sowie das Zusammenwirken der Menschen im Unternehmen aus der Mitarbeitersicht datenbasiert analysiert und optimiert werden.

Es gibt also noch viel zu tun - bei der Transformation von HR. Die Geschäftsleitungen tun gut daran, mit HR gemeinsam die neuen Wege zu entwickeln.